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Was ist Cenoten-Tauchen?

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Zwei Taucher als Schattenriss unter einem Felsdach, durch die Öffnung darüber fällt grünes Licht ins Wasser
Taucher im Licht am Eingang der Chac Mool. Foto: Serge Melki from Indianapolis, USA, CC BY 2.0, Wikimedia Commons, Ausschnitt.

Beim Cenoten-Tauchen tauchst du in wassergefüllten Höhlen auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko und nur so weit, wie das Tageslicht vom Eingang reicht. Ein Guide mit Höhlenausbildung führt dich an einer fest verlegten Leine, und für die meisten Cenoten genügt dein Open-Water-Brevet. Getaucht wird vor allem im Hinterland der Riviera Maya zwischen Puerto Morelos und Tulum, von Cozumel aus erreichst du sie an einem Tag mit der Fähre.

Was ist eine Cenote?

Das Wort kommt aus dem Maya, von tz’onot, Brunnen oder Abgrund. Gemeint ist eine Öffnung im Karst, in der das Grundwasser offen liegt. Unter der Küste von Quintana Roo ziehen sich lange Unterwasserhöhlen, und die Cenoten sind ihre Eingänge. In Quintana Roo sind Einsturzcenoten sehr häufig. Sie entstanden, als der Meeresspiegel fiel und das Wasser die Decken flacher Höhlen nicht mehr trug. So beschreiben es die Geologen Kambesis und Coke für das Sistema Sac Actun, eines der längsten Unterwasser-Höhlensysteme der Welt.

Im Grundwasser liegen zwei Schichten. Oben fließt eine dünne Linse aus Süßwasser, das vom Regen stammt, zur Küste. Darunter liegt Salzwasser, das vom Meer hereindrückt. Die Grenzschicht zwischen beiden heißt Halokline, und wenn du hindurchtauchst, verschwimmt für einige Sekunden die Sicht. Das Süßwasser hat das ganze Jahr 24 bis 26 °C, Wellen und Sargassum erreichen es nicht.

Schnitt durch eine Cenote: Unter der Öffnung im Kalkstein liegt Süßwasser über Salzwasser, dazwischen die Halokline. Eine Leine führt aus der Tageslichtzone in die Höhle.
Schema einer Cenote, nicht maßstäblich. Grafik: divefever.
Doppelseite aus dem Tauchatlas Cozumel und Cenoten
Doppelseite aus dem Tauchatlas Cozumel und Cenoten. Zum Guide

Wo gibt es Cenoten?

Die Halbinsel Yucatán ist ein großes Karstgebiet mit vielen Cenoten, und die meisten haben eine Verbindung zum Meer. Rund um Tulum liegen mehrere der bekannten Cenoten. Dos Ojos liegt rund 25 Minuten nördlich der Stadt, El Pit 3 km dahinter im selben Park, Casa Cenote in den Mangroven von Tankah und Angelita südlich von Tulum. Chac Mool liegt gleich hinter Puerto Aventuras, rund 23 km südlich von Playa del Carmen.

Auch auf Cozumel gibt es Cenoten, die Cenote Aerolito etwa ist ein Becken zwischen Mangroven, das über Kanäle und Gänge mit der Karibik verbunden ist. Für einen Cenoten-Tag fährst du von der Insel aber aufs Festland. Du nimmst die Fähre um 7 Uhr nach Playa del Carmen, die Basis holt dich am Anleger ab, und mit der Fähre um 16 oder 17 Uhr fährst du zurück. Das Fährticket zahlst du selbst.

So läuft ein Cenoten-Tauchgang ab

Der Tag beginnt zwischen 7:30 und 8:30 Uhr mit der Abholung am Hotel oder an der Basis, die Fahrt dauert bis zu einer Stunde. Nach dem Briefing folgen zwei Tauchgänge von rund 45 Minuten mit einer Pause dazwischen, gegen 15 bis 16 Uhr bist du zurück. Weil das Licht am frühen Morgen am schönsten durch die Öffnungen fällt, in Kukulkan gegen 8 Uhr, tauchen die meisten Basen vormittags.

Unter Wasser bleibst du in der Cavern, der Tageslichtzone. Du siehst immer Licht vom Eingang, eine durchgehende Leine führt zurück ins offene Wasser, und bis zur nächsten Oberfläche mit Luft sind es höchstens rund 60 m. Durch Engstellen, an denen zwei Taucher nicht nebeneinander passen, tauchst du nicht. Ein Guide führt höchstens vier Taucher, bei Under the Jungle drei. Er ist Tauchlehrer und Höhlentaucher. Du tauchst in deiner normalen Ausrüstung mit einer Lampe der Basis, die den ganzen Tauchgang brennt. Nach einem Drittel deines Gases kehrst du um, so verlangt es die Drittelregel.

Voraussetzungen und Regeln

Die Regeln in den Cenoten setzen die Basen, eine Behörde veröffentlicht keine. Für die meisten Cenoten genügt Open Water. Für die tiefen Schächte El Pit und Angelita verlangen die Basen Advanced Open Water. Ein eigenes Cavern-Brevet brauchst du nicht, solange dich ein Cavern-Guide führt. Dein letzter Tauchgang sollte nicht lange zurückliegen. Scuba Tulum nimmt dich nach höchstens einem Jahr Pause mit, Under the Jungle nach höchstens sechs Monaten und mit mindestens 20 geloggten Tauchgängen. Mehrere Basen raten zu einem Tauchgang im Meer vor der ersten Cenote. Die Basen nehmen Taucher ab 15 Jahren mit.

Bei 21 Prozent von knapp 1000 tödlichen Unfällen beim Sporttauchen, die DAN ausgewertet hat, saß ein Taucher unter einer Decke fest und fand nicht zurück ins offene Wasser. Hinter der Tageslichtzone beginnt das Höhlentauchen, und dafür brauchst du eine eigene Ausbildung.

Ohne Tauchschein nimmt dich eine Basis in Mexiko nach der Norm NOM-012-TUR-2016 nur zum Schnuppertauchgang mit. In den offenen Teilen von Dos Ojos kannst du schnorcheln. Vor dem Einstieg sind bei Scuba Tulum und Under the Jungle Sonnencreme und Insektenspray auf der Haut verboten. Die Cenoten liegen auf privatem Land, den Eintritt zahlst du meist bar in Pesos am Eingang, und für eine eigene Kamera verlangen fast alle eine Gebühr. Für zwei Tauchgänge raten Pro Dive und Under the Jungle zu einem langen Anzug mit 5 mm.

Bekannte Cenoten

Chac Mool nennen die Basen eine der besten Cenoten für den Anfang. Du bleibst bei rund 12 m, tauchst in einer Luftglocke mit Tropfsteinen auf zwei Ebenen auf und siehst bei 8 bis 10 m die Halokline. Dos Ojos ist flach. Die Barbie Line bleibt bei 6,5 bis 7 m und ist hell, in der dunkleren Bat Cave hängen in einer Luftglocke Fledermäuse an der Decke. El Pit ist ein Schacht von rund 119 m Tiefe. Geführt tauchst du höchstens bis 30 m, wo eine Wolke aus Schwefelwasserstoff im Wasser liegt. Auch Angelita ist ein offener Schacht mit einer Wolke in 30 m, Casa Cenote ist eine Küstencenote zwischen Mangroven.

Höhle im grünen Licht einer Lampe, von der Decke hängen dichte Reihen von Tropfsteinen über einem Felsboden
Tropfsteine auf dem Weg zur Bat Cave in Dos Ojos. Foto: Serge Melki from Indianapolis, USA, CC BY 2.0, Wikimedia Commons, Ausschnitt.
Blick von oben durch eine Felsöffnung auf dunkelblaues Wasser, rechts ein Holzgerüst und Pflanzen am Fels
Einstieg in den Schacht von El Pit, von oben gesehen. Foto: Serge Melki from Indianapolis, USA, CC BY 2.0, Wikimedia Commons, Ausschnitt.

Porträts von Chac Mool, Dos Ojos und El Pit mit Anfahrt, Einstieg und Tiefen stehen im Tauchatlas Cozumel und Cenoten.

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